Gespenster

Das Deutsche Theater Berlin begeht das Karnevals-Wochenende in der Jecken-Hochburg an der Spree mit einer düsteren, melancholischen Familienaufstellung.

Unter dem Titel „Gespenster“ gestaltet der – Leipzig lässt grüßen! – polarisierende Regisseur Sebastian Hartmann einen zweistündigen Abend kurzer, redundanter Szenen aus Texten von Ibsen und Strindberg über depressive Familien. Abgerundet wird das Ganze durch Linda Pöppel, die zu E-Gitarren und Cello-Begleitung Heine-Vertonungen singt.

Gespenster

Der Abend ist vor allem für Anhänger schwarzer Romantik geeignet, die Freude daran haben, wie das Ensemble in dunklen Roben des 19. Jahrhunderts über die Bühne schreitet und weitere Fragmente deklamiert, während im Hintergrund Bilder verwunschener kleiner Hexenhäuser oder ähnliche Motive an die Wand projiziert werden.

Für alle anderen wird dieses „spröde Text-Sampling“, wie es Deutschlandradio Kultur treffend nannte, spätestens zur Hälfte sehr eintönig. Die „düstere Ziellosigkeit“ ermüdet.

„Gespenster“ hatte am 24. Februar 2017 im Deutschen Theater Berlin Premiere. Weitere Informationen und Termine

Bilder: Arno Declair

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One thought on “Gespenster

  1. Die „Gespenster“ des Herrn Hartmann im Deutschen Theater sind ein nicht enden wollendes Schreien, Kreischen, und Jammern, Hüpfen, Krampfen und Ambodenwälzen, und das abndfüllend zu fast unentwegt laut dröhnender Gitarrenmusik. Die in Fetzen über die Bühne getriebenen, spektakelhaft aufgeblähten Inhalte sind öde alte Hüte, also triviale Ehekrisen, Vaterschaftskonflikte, weibliche Emanzipations- und männliche Dominanzexerzitien, alles langatmige „Collage“- Brocken von vorgestern, eben aus der Zeit von Strindberg und Ibsen. Zur Einleitung und zwischendurch gesungene Heine-Texte aus dem Wintermärchen haben nichts mit dem säuerlichen Seelengepolter der beiden Skandinavier zu tun und sind nichts anderes, als eine Irreführung des Publikums und eine Vergewaltigung Heinrich Heines. Gespenster treten nicht auf, Geheimnisse finden nicht statt Alles Klagen und Schreien bezieht sich auf Konflikte, wie sie vor 100 Jahren bedeutsam gewesen sein mögen, aber heutzutage wie abgestandener Gesellschaftsmüll herumgeistern, allenfalls insofern gespenstisch, aber sehr ermüdend.
    Insgesamt ist das tatsächlich „Theater mit Wumm“, aber halt vorwiegend „Wumm“..
    Die Schauspieler sind durchweg hervorragend und leidenschaftlich engagiert und bieten auch motorisch durchaus Höchstleistungen. Das Bühnenbild ist sehr originell und beeindruckend.

    Prof. Dr. Roland Schiffter, Vorsitzender der Sektion Berlin-Brandeburg der Heinrich-Heine-Gesellschaft, am 4.12.17.

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