Schweigend steht Eli (Elijah Canlas) immer wieder unter der Dusche. Das dient in „Raging“ (Original-Titel: „Rumaragasa“) sicher auch dazu, dass das 25jährige Social Media-Sternchen von den Philippinen, das sich auch als Hiphop-Musiker, Model und Schauspieler versucht, seinen Körper zu präsentieren. Vor allem ist es aber bildlicher Ausdruck des verzweifelten Versuchs, den Schmerz und das seelische Trauma einer Vergewaltigung abzuwaschen.
Wortkarg und verschlossen ist die Hauptfigur, die mit einem Onkel am Rande des Dschungels zu Füßen eines geheimnisvollen Bergs lebt, an dem ein Flugzeug zerschellt. Bis es zum finalen Ausbruch gegen seinen Peiniger kommt, an dem Eli Rache nimmt.
Regisseur Ryan Machado nimmt sich mit dem Vergewaltigungs-Trauma eines wichtigen Themas an, doch fehlen ihm die Mittel, einen Weg zu finden, überzeugend davon zu erzählen. Auch dem Star des Films mangelt es an darstellerischen Möglichkeiten. Es bleiben nicht mehr als ein paar schöne Bilder.
Nach der Premiere auf einem Independent-Festival in Manila im Oktober 2025 wird „Raging“ im Februar 2026 im Panorama der Berlinale laufen, gehört aber zu den schwächeren Filmen auf dem Festival.
Bild: Theo Lozada