Viel hat sich die Kolumbianerin Gala del Sol in ihrem Debütfilm „Rains over Babel“ vorgenommen. In einem queeren Nachtclub kreuzen sich zahlreiche Lebenswege und Handlungsstränge.
Auf die Figuren werden meist nur kurze Schlaglichter geworfen, am ehesten arbeitet die Regisseurin die Beziehung zwischen Dante (Felipe Aguilar Rodríguez) und Don Alfonso (Jhon Narvaez). Vor zwei Jahrzehnten waren sie ein Paar, dann trennten sich die Lebenswege. Der eine wird als Schuldeneintreiber von La Flaca (Saray Rebolledo), der Clubbetreiberin, ausgebeutet. Der andere steigert sich als Priester in homophoben Selbsthass hinein. Sein Sohn Jacob (William Hurtado) hat ausgerechnet in dieser Bar seinen ersten Auftritt als Dragqueen.
Eine sprechende Echse, ein diabolischer Barmann und noch einige andere schillernde Figuren bevölkern dieses Szenario sehr frei nach Dante Aligheris Inferno der „Göttlichen Komödie“. Talent blitzt in diesem Debüt auf, aber die Szenen wechseln so schnell und die Figuren wirken so austauschbar, dass der Film nur wie ein Puzzle aus vielen Einzelteilen wirkt, die im nächsten Arbeitsschritt schlüssig verbunden werden müssten.
Im Januar 2025 hatte das kolumbianische Drama „Rains over Babel (Original: Llueve sobre Babel)“ in der Nachwuchssektion NEXT Premiere und lief anschließend auch in Rotterdam und Oldenburg.
Derzeit wird der Film in einigen Programmkinos gezeigt.
Bild: Cinemien