Die Romane von Miranda July haben derzeit Konjunktur auf Berliner Bühnen: vergangene Woche adaptierten Meike Droste/Fritzi Haberlandt ihren aktuellsten Roman „Auf allen Vieren“ in lässigem Ping-Pong in den Sophiensaelen. Heute legte die nicht weniger prominente Maren Eggert in der Kammer des Deutschen Theaters Berlin mit dem 2015 erschienen Erstling „Der erste fiese Typ“ nach.
Eggert wagte sich an die Königsdisziplin, ein Solo. Leider war das ein entscheidender Konstruktionsfehler des Abends, den sie mit Regisseurin Sarah Kurze entwickelte. Zu monoton und mit zu langen Erzählpassagen plätschert die Roman-Adaption dahin.
Gerade dieser Text über die neurotische, in ihrer Phantasie-Gewalt gefangene Cheryl, die durch Clee wachgeküsst wird, bräuchte den Gegenpart einer zweiten Spielerin. So brachte ihn auch Christopher Rüping, der 2017 lange um die Rechte für eine Stückfassung gekämpft hat, an den Münchner Kammerspielen mit Maja Beckmann/Anna Drexler auf die Bühne. Den beiden liegt auch der freche, manchmal ein bisschen rotzige, selbstironische Ton besser als Maren Eggert, die in nachdenklicheren, sensibleren Rollen eher glänzt.
Deswegen bleibt dieses Solo von Maren Eggert, das am 22. Februar 2026 in den Kammerspielen ihre Premiere hatte, hinter den Erwartungen zurück. Für Regisseurin Sarah Kurze war es eine Rückkehr ans Haus: während Uli Khuons Intendanz arbeitete sie mehrere Jahre als Regieassistentin und zeigte erste Projekte auf den kleinen Bühnen oder im Corona-Stream.
Bild: Jasmin Schuller