Vor mehr als 50 Jahren erschien der Roman „Liebhaberinnen“ von Elfriede Jelinek, eine bissige Analyse zur ökonomischen Abhängigkeit von Frauen.
Caroline Kox aus Luxemburg verlegt den Stoff ins Social Media-Zeitalter und macht unter ihrem Künstlernamen Koxi daraus eine sehr freie Adaption: Brigitte (Johanna Wokalek) stemmt sich mit allen zur Verfügung stehenden Selbstoptimierungs-Seminaren gegen das Altern. Sie arbeitet als Messe-Hostess, muss sich dauerlächelnd im knappen Outfit begrapschen lassen und gerät in die Schuldenfalle. Fasziniert folgt sie der Teenagerin Paula (Hannah Schiller), die sich als Cam-Girl vermarktet und endlich aus ihrem Kaff weg möchte. Sie sieht darin das Spiegelbild ihres jüngeren Ichs und all die geplatzten Träume.
Als einziger Ausweg bleibt das Muttersöhnchen Heinz (Ben Münchow): ohne jede Zuneigung oder Emotion angelt sie sich den Millionenerben und richtet sich in der Villa ein. Endlich kann ihre Mutter (Victoria Trauttmansdorff) stolz auf sie ein.
Den „Liebhaberinnen“ ist noch recht deutlich anzumerken, dass es sich um einen Debütfilm handelt. Die feministische Farce ist recht platt geraten. Da der Film immer denselben Grundton anschlägt und in dieselbe Kerbe haut, wären 60 Minuten statt der 98 Minuten mehr als genug gewesen.
Die „Liebhaberinnen“ hatten am 15. Februar 2026 im Delphi Filmpalast in der Nische des Berlinale-Forums ihre Premiere.
Bild: © COIN FILM / Silviu Guiman