Narciso

Ein zähes Zeitgeschichtsdrama ist „Narciso“ von Marcelo Martinessi im Berlinale Panorama. Ende der 1950er Jahre ist der Sänger Narciso ein Star in Asunción: er imitiert den Hüftschwung von Elvis und bringt die Zuschauerinnen zum Kreischen. Zur gleichen Zeit etablierte sich eine Militärdiktatur, die mehrere Jahrzehnte andauern sollte.

Sehr konventionell stellt der Film die Aufbruchstimmung und die Repression gegenüber. Diese richtet sich vor allem gegen Homosexuelle und eine Theatergruppe, die ein Stück über Dracula aufführt.

Viel zu verqualmt und zu betulich schleppen sich die 100 Minuten dahin. Mit seinem vorangegangenen Film „Las Herederas“ war Martinessi im Jahr 2018 noch in den Wettbewerb der Berlinale eingeladen und gewann zwei Silberne Bären. Dieses neue Werk „Narciso“ war wesentlich schwächer, hatte am 17. Februar 2026 nur in der Nebenreihe Panorama seine Premiere, gewann aber immerhin den FIPRESCI-Kritiker-Preis in dieser Sektion.

Bild: La Babosa Cine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert