Mit ihrer 10. Teilnahme am Wettbewerb um die Goldene Palme gehören die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne fast schon zum Inventar. Zwei Mal konnten sie sie gewinnen (1999, 2005). Auch ihr jüngstes Werk „Jeunes Mères“ (deutscher Titel: „Junge Mütter“) überzeugte die Jury. Sie gewannen im Mai 2025 die Silberne Palme für das beste Drehbuch und außerdem noch den Preis der unabhängigen Ökumenischen Jury.
Mit „Junge Mütter“ machen die beiden Altmeister, die beide schon über 70 Jahre alt sind, das, was sie am besten beherrschen: mit dokumentarisch anmutender Genauigkeit zeichnen sie das fiktive Mosaik von fünf jungen Frauen aus zerrütteten, prekären Verhältnissen. Selbst fast noch Kinder sind sie junge Mütter, auf unterschiedliche Art überfordert mit der Situation.
Die Stärke der Dardenne-Brüder ist, dass ihr Porträt dieser schwierigen Existenzkämpfe nicht so zeigefindernd, leitartikelnd oder tränendrüsig daherkommt, wie man auf den ersten Blick vermuten mag. Ihnen gelingt ein berührendes Sozialdrama, das nach den beiden Preisen in Cannes im Herbst 2025 auch beim Filmfest Hamburg lief und am 5. März 2026 in den deutschen Kinos startete.
Bild: Christine Plenus