Die Allerletzten

Von einem Berliner Paar, das mit hochfliegenden Träumen aufs Land zieht, erzählt Marco Damghani (Text und Regie) auf der Studiobühne des Gorki Theaters. Der Titel „Die Allerletzten“ lässt es schon erahnen: der Grundton ist düster, das Paar hat sich auseinander gelebt, zieht Bilanz seines Scheiterns. Beide blieben im Dorf fremd. Noah (Jonas Dassler) möchte weitermachen, aber Yasmin (Aysima Ergün) wurde rassistisch angefeindet.

Den Rechtsruck in der Gesellschaft möchte dieser Abend thematisieren, der sich vor allem in der Provinz mit Rekord-Ergebnissen der AfD manifestiert. Die 75 Minuten können nicht mehr als eine Skizze, eine kurze Bestandsaufnahme sein. Der Text bleibt an einigen Stellen dünn und etwas zu plakativ.

Darüber hilft immerhin die Topbesetzung mit Ergün/Dassler hinweg. Ihr schauspielerisches und komödiantisches Talent kann sich aber an diesem pessimistisch-resignativen Kammerspiel-Abend nur in Andeutungen entfalten. Eine Rückblende-Szene, in der sie die Begegnung mit einem Berliner Millionen-Erben-Paar karikieren, die ihnen nicht wie versprochen aufs Land folgen, sondern Eigenbedarf in einem von Opas Häusern in guter Innenstadtlage geltend machen, hellt die Stimmung auf. Ein türkischer Song, den die beiden in einem kurzen Moment der Harmonie performen, bekommt Szenenapplaus, bevor der Moll-Grundton wieder dominiert.

„Die Allerletzten“ wurde am Abschluss-Wochenende des 7. Berliner Herbstsalons am 28. November 2025 im Studio Я des Gorki Theaters uraufgeführt.

Bild: Ute Langkafel MAIFOTO

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