An Maxim Gorkis „Kinder der Sonne“ hatte das Berliner Theater-Publikum zuletzt wenig Freude: das aus Bochum eingeladene Theatertreffen-Gastspiel von Mateja Koležnik erwies sich als blutleere Tragikomödie. Ständig gingen in diesem Wimmelbild zwar Türen auf und zu, aber die Figuren blieben blutleer.
Nachvollziehbar deshalb der Auftrag von Oliver Reese an Jakob Nolte, das Stück aus dem Jahr 1905 etwa aufzupeppen und in den Berliner Speckgürtel der Gegenwart zu übertragen. Von Rechtsextremismus bis Tech-Aktien werden viele Themen gestreift, aber nichts vertieft. Wir erleben auch hier keine echten Figuren, nur Abziehbilder, die nicht mitbekommen, dass die Welt um sie herum in Trümmern versinkt.
Der Wille war da, mit Laura Linnenbaum war auch eine Regisseurin am Werk, die im Neuen Haus des Berliner Ensembles stärkere Vorlagen wie im vergangenen Jahr „Die Verstreuten“ umsetzte. Doch sie und ihr Ensemble können angesichts der holzschnittartigen Vorlage auch nichts mehr retten.
Die zwei Stunden 10 Minuten Spieldauer fühlen sich wesentlich länger an. „Kinder der Sonne“ hatte am 21. Februar 2026 Premiere.
Bild: Gianmarco Bresadola