Zu den unbekannteren Namen im Berlinale-Wettbewerb zählt die flämische Regisseurin Anke Blondé. „Dust“ ist erst ihr zweiter Spielfilm, zuletzt drehte sie die beiden Serien „Red Light“ (arte, 2022) und „Juliet“ (ZDF, 2024).
Ihr Wirtschaftskrimi „Dust“ fängt die Atmosphäre zur Jahrtausendwende ziemlich gut ein. An den Börsen schnellten die Kurse von Start-ups in schwindelnde Höhen, vor allem wenn sie rosige Zukunftsversprechen mit neuen Technologien machen konnten. Ob alles mit rechten Dingen zuging, war erstmal zweitrangig, solange die Fassade stimmte.
In diese Kategorie überschätzter neuer Firmen zählt auch ein Unternehmen der belgischen Brüder Luc (Jan Hammenecker) und Geert (Arieh Worthalter), die eine Spracherkennungs-Software entwickelten. Von der wahren Geschichte vom Aufstieg und Fall von Lernout & Hauspie ist dieser Film inspiriert.
Der Film spielt am Wochenende, bevor die Enthüllung eines Investigativ-Journalisten die Bombe platzen lässt und die Brüder wegen Insiderhandels und Betrugs verhaftet werden. Anfangs werden die sehr unterschiedlichen Charaktere der beiden Protagonisten und ihre jeweiligen Reaktionen schlüssig geschildert. Doch je weiter der Film voranschreitet, desto unklarer wird die Figuren-Zeichnung.
Bei der gestrigen Pressevorführung hatte dies den so noch nicht erlebten Effekt, dass „Dust“ mehr und mehr wie ein Soufflé in sich zusammenfiel und wenige Minuten vor Schluss eine allgemeine Aufbruchstimmung und Massenabwanderung einsetzte.
Am 15. Februar 2026 hatte „Dust“ im Berlinale-Palast Premiere.