Staatsschutz

Keinerlei Zweifel lassen Regisseur Faraz Shariat und das Trio der Drehbuch-Autorinnen (Claudia Schaefer, Sun-Ju Choi und Jee-Un Kim) an ihrer Überzeugung: Justiz und Polizei sind in Deutschland auf dem rechten Auge blind und lassen in ihrem Rassismus die Opfer im Stich.

Missstände sind unbestritten und zeigten sich zum Beispiel bei der Verharmlosung des NSU-Terrors und vielen Ungereimtheiten. Der Film „Staatsschutz“ steigert sich jedoch in einen Furor hinein, der keine Differenzierungen oder Grautöne mehr erkennen mag. 

Der Plot ist kolportagehaft konstruiert: die junge Staatsanwältin Seyo Kim (Chen Emilie Yan) hat einen südkoreanischen Migrationshintergrund und wird Opfer eines Rache-Anschlags von Nazis nach einem Prozess. Ihr Chef (Arnd Klawitter) und ihr Kollege (Sebastian Urzendowsky) ermitteln nur halbherzig, die Verteidigerin (Kathrin Angerer) des Haupttäters (Max Krause) tut alles, um von den Netzwerken im Hintergrund abzulenken, nur die engagierte Anwältin aus der linken Szene (Julia Jentsch) und eine Archiv-Mitarbeiterin mit Migrationshintergrund (Alev Imak), die ihren Job aufs Spiel setzt, stehen treu an Seyos Seite.

Leider sind Drehbuch und Figurenzeichnung in dieser ZDF („Das kleine Fernsehspiel“)/arte-Koproduktion so holzschnittartig, dass auch der hochkarätige Cast wenig retten kann.

„Staatsschutz“ hatte am 15. Februar 2026 im Panorama der Berlinale Premiere. 

Bild: Jünglinge Film

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