Etwas zu viel haben sich die Zwillingsbrüder „Once upon a time in Gaza“ vorgenommen: Wie der Titel schon andeutet, möchten sie an die großen Gewalt-Epen von Sergio Leone und Quentin Tarantino anknüpfen. Satirisch spielen sie mit der Idee, dass ausgerechnet aus diesem kleinen, umkämpften Landstrich ein neues Zentrum der Filmindustrie, ein „Gazawood“, entstehen könnte. Und natürlich kommen sie auch an der bitteren politischen Gegenwart nicht vorbei. Donald Trumps Plan, aus Gaza eine „Riviera des Nahen Ostens“ zu machen und die Bomben Israels als Vergeltung für den Anschlag vom 7. Oktober 2023, werden in die fiktive, im Jahr 2007 angesiedelte Handlung eingeflochten.
Ein Falafel-Imbissbetreiber (Majd Eid) und sein junger Mitarbeiter (Nader Abd Alhay) dealen mit Medikamenten und Drogen, anfangs mit Rückendeckung eines Polizisten (Ramzi Maqdisi). Als ihr Deal platzt, endet es tödlich. Nach hartem Bruch findet sich der junge Mitarbeiter Yahya in einem Propagandastreifen der Hamas wieder, die den Toten als Märtyrer gegen die israelische Besatzung feiert. Erneut endet auch dieser Dreh tödlich. Zynische Pointe: das Budget ist so gering, dass keine Platzpatronen verwendet werden können und echte Kugeln über den Drehort fliegen.
Einiges Interessante steckt in „Once upon a time in Gaza“. Die beiden Brüder wurden für den im jordanischen Exil gedrehten Film auch mit dem Preis für die beste Regie in der Sektion Un certain regard in Cannes 2025 ausgezeichnet. Doch der 86 Minuten kurze Film will zu viel auf einmal und nimmt sein Publikum nicht mit. Nur in wenigen Off-Kinos startete „Once upon a time in Gaza“ parallel zur Berlinale am 12. Februar 2026.
Bild: Immer Gute Filme