Sehr viel nahm sich Maggie Gyllenhaal in ihrer zweiten Regie-Arbeit vor: Dem recht ausgelutschten „Frankenstein“-Mythos, an dem sich erst vor wenigen Monaten auch Guillermo del Toro versuchte, möchte sie neue Facetten abgewinnen. Hierzu wagt sie eine recht freie Variation von Motiven des weithin vergessenen Films „Frankensteins Braut“ von James Whale von 1935 und lässt die Roman-Schöpferin Mary Shelley (gespielt von Jessie Buckley) die Rahmenhandlung erzählen. Außerdem ist „The Bride!“ eine Hommage an die Stilvielfalt und verschiedenen Epochen der Hollywood-Traumfabrik. Von den Musicals des Traumpaars Ginger Rogers/Fred Astaire aus der goldenen Ära bis hin zum New Hollywood-Klassiker „Bonnie und Clyde“ werden viele ikonische Szenen zitiert. Drittens ist „The Bride!“, der pünktlich zum Weltfrauen-Tag startete, punk-feministisches Empowerment mit deutlichen Statements zu #metoo und vielen Szenen, in denen sich Frauen gegen übergriffige, herablassende Männer wehren.
Das hätte ein richtig toller Film werden können, vor allem dank der Starbesetung (Christian Bale! Jake Gyllenhaal! Annette Bening! Peter Sarsgaard!) bis in die Nebenrollen. Doch leider haben die 126 Minuten bei weitem nicht den Drive, den der Trailer versprach. Zu unverbunden stehen die Stränge nebeneinander. Nur eine Schauspielerin kann wirklich überzeugen: Jessie Buckley, als Frankensteins Braut und Mary Shelley, reißt mit jedem ihrer Auftritte das Energie-Level des Films wieder kurzzeitig nach oben, bevor es ohne sie abflacht. In „The Bride!“ ist sie als feministische Gothic-Queen in einer ganz anderen Rolle zu erleben als zuletzt als ätherisch-naturverbundene Shakesspeare-Gattin in „Hamnet“.
Ihr zuzusehen, ist ein Vergnügen. Ansonsten zündet der Hollywood-Blockbuster „The Bride!“ nicht wie erhofft. Er hatte am 3. März 2026 in New York Premiere und startete am heutigen 5. März in den deutschen Kinos.
Bild: Warner Bros. Entertainment GmbH