Großspurig nahm sich der chinesische Regisseur Bi Gan für seinen dritten Spielfilm nichts weniger als die Neuerfindung des Kinos vor. Davon ist „Resurrection“ Meilen weit entfernt. Leider gelang ihm nicht mal ein solide Film, sondern nur ein kruder, sprunghafter Genre-Mix.

Als Hommage ans Kino und ans Träumen sind die sechs Teile angelegt, die nur lose zusammengehalten werden: vom Expressionismus der Stummfilmzeit über den Noir und eine buddhistische mit Lehrbuchweisheiten um sich werfende Parabel bis zu einer Vampir-B-Movie-Komödie zur Jahrtausendwende zitiert sich Gan allzu beliebig durch bekannte Genres.

Meist hat man aus diesen Epochen und Genres schon wesentlich Besseres gesehen, am ehesten gelingt ihm noch die Sequenz, in der ein Trickbetrüger ein kleines Mäddchen anheuert, um gemeinsam Beute zu machen. Immer wieder ziehen sie den Kopf aus der Schlinge und finden neue Wege, sich zu bereichern.

Doch über die 160 Minuten tragen diese Ansätze bei weitem nicht. Immer öfter blitzten die Displays gelangweilter Besucher auf, obwohl die besseren Sequenzen am Ende kamen. Bei der Premiere kurz vor Schluss des Cannes-Wettbewerbs wurde „Resurrection“ ein Spezialpreis der Jury verliehen. Es folgten diverse Festival-Stationen (Busan, Karlovy Vary, London, New York), in Deutschland war „Resurrection“ erstmals heute Nachmittag im Kino Neues Off der Yorck-Gruppe im Rahmen des Around the World in 14 films-Festivals zu sehen. 

Plaion Pictures hat zwar schon die Verleihrechte für Deutschland erworben, ein Starttermin steht aber noch nicht fest.

Bild: Les Films du Losange

 

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