Truly Naked

Eine klassische Coming of Age-Romanze über die erste Liebe verlegt Muriel d’Ansembourg in ein ungewöhnliches Milieu: Der schüchterne Alec (Caolán O´Gorman) arbeitet nach der Schule als Kamermann für seinen Vater (Andrew Howard), der im Homeoffice Pornos nach Schema F wie am Fließband dreht. 

Alec hat über die Jahre Talent entwickelt, aus welchen Winkeln er die jeweilige Aktion filmt. Er empfindet mehr und mehr Unbehagen, wie sein Vater mit den Darstellerinnen umgeht. Bei einem Schulprojekt, das sich natürlich genau um Porno-Sucht dreht, kommt er langsam Nina (Safiya Benaddi) näher, die bei einer alleinerziehenden, feministischen Mutter aufwächst.

d´Ansembourg wurde für ihre Kurzfilme, die sie seit 2007 drehte, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihr Spielfilm-Debüt, das am 16. Februar 2026 in der Erstlings-Filmen vorbehaltenen Sektion Berlinale Perspectives seine Premiere hatte, schafft es, trotz der recht klischeehaften Ausgangssituation nachvollziehbare, lebendige Figuren zu entwickeln. Gerade die intimeren Szenen im Sex-Business und bei der ersten Teenager-Liebe meistert „Truly Naked“ souverän. Das lässt für die Zukunft noch einiges erhoffen.

Bild: DoP Myrthe Mosterman

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