Als „DomCom“ wird der britische Debütfilm „Pillion“ treffend beworben. Denn dieser erste Vertreter eines neuen Genres spielt wie die bewährten „RomComs“, die in den 1990er und 2000ern ihren Höhepunkt erlebten, mit den Klischees. Das Erfolgsrezept hat Regisseur und Drehbuchautor Harry Lighton übertragen: auch er lässt Welten treffen aufeinander treffen, stellt Stereotype plakativ aus und entwickelt Situationskomik.

Statt „Boy meets Girl“ paaren sich hier der schüchterne Colin (Harry Melling, ehemaliger Harry Potter-Kinderstar) und der wortkarg-schroffe Ray (Alexander Skarsgård). Hier der verhuschte, unattraktive Nerd, dort der muskelbepackte Dom Top.

Die kinky Dynamik in Dom-Sub-Rollenspielen haben Nicole Kidman und Harris Dickinson in „Babygirl“ ungleich subtiler und besser entwickelt. Die Chemie zwischen Ray und Colin wird nicht spürbar, sondern bleibt Behauptung. Vor allem das letzte Drittel fällt stark ab: Was die Entwicklung von Colin beeinflusste, sich stärker von seinem Master zu emanzipieren, bleibt nebulös. „Pillion“ – was soviel wie Sozius auf dem Motorrad bedeutet – ist Unterhaltungskino, das davon lebt, Stereotype zu bedienen. Ganz in der Tradition der RomComs.

„Pillion“ hatte seine Premiere in der Sektion in Un certain regard im Mai 2025 und gewann dort den Drehbuchpreis.  Nach diversen weiteren Festival-Stationen (z.B. London, New York, Wien, Zürich) bringt Weltkino die BBC-Produktion am 26. März in die deutschen Kinos.

Bilder: © ELEMENT PICTURES PLN LIMITED, BRITISH BROADCASTING CORPORATION AND THE BRITISH FILM INSITUTE, 2025

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