Er war eine prägende Figur der 00er Jahre: Horst Schlämmer, der ständig leicht angetrunkene stellvertretende Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatts, der mit Überbiss, Fransen-Fisur und speckigem Trenchcoat übergriffige Fragen stellte.
Hape Kerkeling gelang es mit dieser Kunstfigur, einer bestimmten Spezies toxischer alter weißer Männer den Spiegel vorzuhalten. Die Gesellschaft hat sich in den knapp zwei Jahrzehnten weiterentwickelt. Mittlerweile hat sich bei der großen Mehrheit das Bewusstsein durchgesetzt: so ein Verhalten geht einfach nicht mehr.
Gemeinsam mit dem Regisseur Sven Unterwaldt und dem Drehbuchautor Claudius Pläging arbeitete Kerkeling an einer Wiederbelebung seiner Figur. Sie schicken ihn auf eine Reise durch das krisengeplagte Land.
Leider bleibt der rote Faden dünn: Kerkeling alias Schlämmer ist in einer lieblosen Aneinanderreihung von Szenen zwischen Thüringen, München, Berlin und Sylt zu sehen. Manches ist zum Schmunzeln, aber es fehlen über weite Strecken der 93 Minuten zündende Pointen. Vor allem fehlt der anarchische Witz der TV-Sketche, mit denen sich Schlämmer damals in Situationen stürzte und seine Gesprächspartner in die Bredouille brachte.
Gelungen sind immerhin die kleinen Einspieler eskapistischer Soap- und Wohlfühl-Formate: Schlämmer outet sich als großer Fan der an Christine Neubauer erinnernden fiktiven TV-Allzweckwaffe Gaby Wampel (Tahnee Schaffarczyk). In den kleinen Kabinettstücken zeigt auch Kerkeling seine Verwandlungskunst bei Cameo-Auftritten.

Bild: © Leonine Studios / Conny Klein
Ansonsten schleppt sich „Horst Schlämmer sucht das Glück“ müde dahin. Überflüssig sind die Kurzauftritte des bayerischen Ministerpräsidenten Söder und des Kölner Kardinals Woelki.
„Horst Schlämmer sucht das Glück“ startete am 26. März 2026 in den Kinos.
Vorschaubild: © Leonine Studios / Sandra Hoever