Erfrischend originell ist das Debüt „A useful ghost“ von Ratchapoom Boonbunchachoke aus Thailand. Wenn man dem Film ein Etikett aufkleben möchte, passt Fantasy-Komödie wohl am besten. „A useful ghost“ ist aber so viel mehr: der zwischen diversen Erzählsträngen mäandernde Plot verbindet eine zärtliche queere Liebesgeschichte mit einer Satire über eine Industriellen-Dynastie. Gesellschaftskritik trifft auf großes Splatter-Finale.

Ungewöhnlich fürs Genre-Kino ist, dass die Geister nur Gutes im Schilde führen. Boonbunchachoke erzählt nicht von bösen Dämonen und hinterhältigen Fallen, sondern von wohlmeinenden Geistern, die sich um ihre Liebsten kümmern und sich vorzugsweise in Staubsaugern verstecken. Der Erzählstil ist skurril mit süffisanten Seitenhieben gegen das Establishment: die ältere Generation der Industriellen-Familie und ein Minister versuchen, die Geister zu bekämpfen, da sie um ihre Stellung fürchten.

Zwischen den verschiedenen Erzählsträngen, die durch eine homoerotische Rahmenhandlung bei der Staubsauger-Reparatur zusammengehalten werden, droht man manchmal den Überblick zu verlieren. Doch Boonbunchachoke versteht es, sein skurriles Figurenkabinett auch über 130 Minuten interessant zu gestalten.

Diesen Nachwuchs-Regisseur sollte man sich jedenfalls merken: In der Cannes-Off-Reihe Semaine de la Critique wurde er im Mai 2025 mit dem Hauptpreis der Sektion ausgezeichnet, in Sitges folgten Auszeichnungen für den besten Newcomer und das beste Drehbuch. Nach diversen weiteren Einladungen (z.B. Busan, Hamburg, London, Toronto) wurde „A useful Ghost“ als Koproduktion des World Cinema Fund der Berlinale auch im Dezember 2025 beim Festival Around the world in 14 films präsentiert.

Am 26. März 2026 startete der Film in einigen Programmkinos.

Bild: Little Dream Pictures

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