Einen gewakltigen Steinbruch voller Name-Dropping meist schon verstorbener, meist männlicher Promis aus Kunst und Kultur hat Rainald Goetz der Residenztheater-Hausregisseurin Elsa-Sophie Jach hinterlassen.
Im ersten Teil dominiert der autofiktional-satirische Versuch, gemeinsam mit Helmut Dietl und Franz Xaver Kroetz eine Fortsetzung der zurecht legendären Serie „Kir Royal“ zu drehen. Viele Namen aus dem gemütlich-anarchischen Schwabing der 1980er Jahre geben sich die Klinke in die Hand. Von dort aus nimmt Goetz zahlreiche Abzweigungen, streut seine Tagebuch-Reflexionen über Benjamin Stuckrad-Barres Springer-Schlüsselroman „Noch wach?“ ein, erinnert an noch viel mehr bekannte Tote und schwelgt in Nostalgie.
Dunkler wird die zweite Hälfte des mehr als zweistündigen pausenlosen Abends. Der schon im Titel angekündigte jüdische Steinfriedhof an der Dauerbaustelle Schönhauser Allee in Berlin gibt den Ton vor für die Einübung ins Sterben. Michael Rutschkys letzte Stunden im Kreuzberger Urban-Krankenhaus und der Suizid des am Hirntumor leidenden Wolfgang Herrndorf sind markante Haltepunkte dieser Assoziationsketten.

„Lapidarium“ ist ein anregendes Lesedrama für eine Generation, die sich an die zitierten Namen noch erinnert. Für die Bühne ist das Wortungetüm kaum geeignet. Auch wenn Jach, ihre sechs Spieler*innen und die zwei Tuba-Musikerinnen noch das Beste rausholen, funktioniert dieser Theaterabend nur eingeschränkt. Viele aus dem ohnehin nicht ausverkauften Saal wandern zum Ausgang.
„Lapidarium“ wurde am 10. Oktober 2025 am Residenztheater München uraufgeführt.
Bil