„Boyhood“: Beste Regie bei der Berlinale 2014

Richard Linklaters epische Familiengeschichte Boyhood bekam bei der Berlinale 2014 höchstes Lob von vielen Kritikern und den Silbernen Bären für die Beste Regie. Die Leistung von Ellar Coltrane, der 12 Jahre lang (von der Einschulung bis zum Studienbeginn) beim Erwachsenwerden begleitet wurde, ist tatsächlich beeindruckend.

Das Konzept ist denkbar einfach, aber doch ungewöhnlich: Für eine Woche pro Jahr versammelte Linklater die Schauspieler um sich und ließ sie die Aufs und Abs einer fiktiven, dennoch realistischen Patchwork-Familie durchleiden: die Mutter (Patricia Arquette), die sich als Alleinerziehende mit beeindruckender Energie auf dem Zweiten Bildungsweg durchschlägt, aber mit untrüglichem Instinkt immer an die falschen Männer gerät (Schläger, Alkoholiker…), der verantwortungslose Vater (Ethan Hawke), der seine Kinder rücksichtslos vollqualmt, obwohl sie klargemacht haben, wie unangenehm sie den Gestank finden und der sich ansonsten bis auf Wochenend-Kinder-Bespaßung aus dem Staub gemacht hat, die große Schwester (Lorelei Linklater, Tochter des Regisseurs) und vor allem Mason (Ellar Coltrane), ein aufgeweckter Junge, der sich zu einem nachdenklichen jungen Mann entwickelt, der Foto-Künstler werden möchte und den ersten Liebeskummer durchlebt.

Über fast drei Stunden trägt das Konzept nicht ganz, einige Szenen wirken zu langatmig oder redundant. Nichtsdestotrotz überzeugen die stimmige Musik und einige Momentaufnahmen.

Boyhood startete am 5. Juni 2014 in den Kinos.

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