Rose

Nur drei Filme hat der Wiener Regisseur Markus Schleinzer in den vergangenen 15 Jahren gedreht, es aber mit seinem Debüt „Michael“ über einen Missbrauchs-Fall prompt in den Cannes-Wettbewerb 2011 geschafft.

In diesem Jahr ist sein formstrenges, ganz in Schwarz-Weiß gefilmtes Historiendrama „Rose“ ein Highlight des Berlinale-Wettbewerbs. Sandra Hüller, deren Stern mit „Requiem“ und einem Silbernen Bären 2006 aufging, hatte zuletzt einen Stammplatz in Cannes und konkurrierte um die Oscars. Nun kehrt sie mit einer Narbe auf der Wange in der Hosenrolle zurück an den Potsdamer Platz und dürfte eine heiße Anwärterin auf den nächsten Bären für die beste Schauspiel-Leistung sein.

Schleinzer und sein Co-Autor Alexander Brom kompilierten aus mehreren realen Fällen die fiktive Geschichte der „Rose“, die als Söldner im 30jährigen Krieg anheuerte und nun auf das Erbe in einem Harzer Bergdorf pocht, das tatsächlich einem gefallenen Kameraden zusteht.

Sie gibt sich als Mann aus und hat dafür eine ganz simple Erklärung: sie ist keine Trans-Person, sondern möchte einfach nur die Freiheiten genießen, die es in patriarchalen Gesellschaften nur für Männer gibt. Der benachbarte Großgrundbesitzer (Godehard Giese) gibt ihr seine älteste Tochter Suzanna (Caro Braun) und einen Teil seiner Ackerflächen, erwartet aber baldigen Nachwuchs.

Bald schon kommt Rose in Bedrängnis. Hilft ihr beim Erfüllen der ehelichen Pflichten noch ein Strap-on aus Holz, so wird ihr Geheimnis spätestens nach einem allergischen Schock durch mehrere Bienenstiche gelüftet. Die scheinbar so brave und gottesfürchtige Ehefrau Suzanna wittert die Chance, dass auch sie mehr Freiheiten ausleben kann, wenn sie sich auf einen Deal mit Rose einlässt und die Maskerade weiterhin mitspielt.

Doch der Mob hat Witterung aufgenommen und zerrt das Paar vor Gericht. „Rose“ ist ein düsteres Drama, das minutiös wie ein Uhrwerk seinem bitteren Ende entgegen geht. 

Die Co-Produktion von arte, ORF und ZDF hatte am 15. Februar 2026 im Berlinale-Palast Premiere. Den Kinostart hat Piffl Medien für 30. April 2026 angekündigt.

Bild: © 2026_Schubert, ROW Pictures, Walker+Worm Film, Gerald Kerkletz

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