Etwas ganz Besonderes

Treffsicher zeigt Eva Trobischs neuer Film, wie Casting-Shows die „Home Stories“ (so auch der internationale Titel) ihrer Kandidatinnen scripten. Thomas Schubert spielt den Redakteur Raphael, der aus Teenagerin Lea (Frida Hornemann) rauszukitzeln versucht, was sie neben ihrem offensichtlichen Gesangstalent noch an spannenden Hintergründen mitbringt, die sich fürs TV-Format gut vermarkten ließen.

Doch an ihr ist einfach „nichts Besonderes“, murmelt sie vor sich hin. In der thüringischen Provinz trennen sich gerade ihre Eltern (Max Riemelt und Gina Henkel), die Großeltern (Rahel Ohm und Peter René Lüdicke) stehen mit ihrer Pension im Wald kurz vor dem Ruin, Tante Kathi (Eva Löbau) zog zurück in die Heimat und will das sanierungsbedürftige Schloss zum Museum für Zeitgeschichte umbauen.

Jede und jeder hat in diesem Puzzle über eine auseinanderfallende, sich ständig anzickende Familie in der ostdeutschen Provinz sein Päckchen zu tragen. Die parallelen Handlungsfäden werden recht gleichberechtigt verfolgt und wirken umso trister, je glamouröser sich die Show-Welt gibt, in der Lea nach einigen Runden an ihre Grenzen stößt.

Mit ihrem dritten Film nach „Alles ist gut“ (Locarno 2018) und „Ivo“ (Berlinale Encounters 2024) ist die talentierte Regisseurin erstmals in den Berlinale Wettbewerb eingeladen. Die kleine ZDF/arte-Coproduktion würde aber besser ins Panorama der Berlinale passen.

Am 18. Februar 2028 hatte „Etwas ganz Besonderes“ im Berlinale-Palast Premiere. Pandora hat den Kinostart für die 2. Jahreshälfte angekündigt.

Bild: Adrian Campean/Trimafilm

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