Ein Nobody gegen Putin

Der Oscar für den besten Dokumentarfilm geht an eine meist mit der Handkamera gefilmte Alltagsbeobachtung aus einem russischen Provinz-Städtchen. Karabasch liegt im Ural und ist vor allem für seine durch Kupferbergbau vergiftete Umwelt und die geringe Lebenserwartung bekannt.

Als Lehrer an der dortigen Schule 1 lernen wir Pawel Talankin kennen, der als kauziger Nerd durch diesen Film führt. Er fühlte sich immer als Außenseiter, jedoch erst recht nach dem 24. Februar 2022: schrittweise ging die Militarisierung der russischen Gesellschaft voran, seitdem Wladimir Putins zunächst auf nur wenige Tage angelegte „Spezialoperation“ gegen die Ukraine ins Stocken geriet und sich zum jahrelangen Abnutzungskrieg entwickelte.

„Ein Nobody gegen Putin“ erzählt anhand von kleinen, beiläufigen Beobachtungen, wie die Propaganda im Schulunterricht immer mehr Raum einnimmt, der linientreue Geschichtslehrer, der KGB-Chef Berija als Vorbild hat, zum Vorzeige-Pädagogen stilisiert wird und Talankin schließlich im Sommer 2024 in den Westen fliehen musste.

Seine Premiere feierte der Film in der World Documentary Competition im Januar 2025. Eine Jahr später arte diese Koproduktion am 20. Januar 2026 erstmals im TV aus. In der arte-Mediathek ist „Ein Nobody gegen Putin“ noch mehrere Jahre bis 29. April 2030 abrufbar.

Bild: Made in Copenhagen/arte

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