Peter (Jordan Firstman) ist eine tragikomisch-bedauernswerte Gestalt: vor zehn Jahren war er ein umschwärmter Fixpunkt des Nachtlebens. Doch er entwickelte sich nicht weiter, blieb einfach hängen und lebt in den Tag hinein. Lose Verbindungen zu schillernden Gestalten der Partyszene knüpft er als Dealer ihres Vertrauens für allerlei Aufputschmittel.
So könnte es noch ein paar Jahre weiter gehen, als plötzlich die exzentrische Edison aus London in der Tür steht und Peter erklärt, dass Arlo (Reggie Absolom) sein Sohn ist und bei einem Dreier-Absturz in einem Darkroom vor 9 Jahren entstand.
Zwischen dem unverhofft Vater gewordenen Party-Kid und dem altklugen Neunjährigen, der wohl die reifste, erwachsenste Figur in diesem schrägen Typen-Kabinett ist, entwickelt sich eine Sympathie. Am überzeugendsten ist der Film, wenn er sich ganz auf diese Vater-Sohn-Dynamik konzentriert und nicht wieder zu den Marotten all der weiteren Darsteller aus dem Mikrokosmos springt.
Hauptdarsteller Jordan Firstman ist eigentlich Stand up-Comedian und Instagram-Influencer, drehte bislang nur Kurzfilme. Für sein Debüt „Club Kid“ wer in Personalunion auch noch als Regisseur und Drehbuchautor verantwortlich. Dem Film ist anzumerken, dass ein Outside Eye und eine ordnende Hand fehlt, das die guten Ansätze in dramaturgische Bahnen lenkt.
Bei der Premiere in der Cannes-Sektion Un certain regard war „Club Kid“ im Mai 2026 dennoch ein Publikumsliebling mit überraschend hohen Letterboxd-Wertungen. In diesem Herbs tourt er über diverse Festivals z.B. in Hamburg, Mannheim-Heidelberg und Zürich. Der Kinostart ist für 28. Januar 2027 angekündigt.
Bild: Club Kid/A24