Erinnerung, sprich: José Saramagos letzter Roman

Zum Auftakt des Internationalen Literaturfestivals Berlin, das in diesem Spätsommer zum 11. Mal stattfindet, führte Sigrid Löffler im Saal des Deutschen Theaters durch einen gelungenen Abend zu Ehren von José Saramago.

Der streitbare portugiesische Autor wurde hierzulande 1998 einem breiteren Publikum bekannt, als er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr machte er mit geschliffenen, gescellschaftskritischen Novellen und Romanen sowie mit seiner harten Kritik an Sarkozy, Berlusconi und Co. in Interviews und Blogs auf sich aufmerksam.

Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler, langjährige Antipodin von Marcel Reich-Ranicki, gab eine sehr kurzweilige und fundierte Einführung in Leben und Werk Saramagos. Im Vergleich zu früheren Jahren war dies ein sehr gelungener, informativer Einstieg, der als Standard hoffentlich auch in den kommenden Festivaltagen eingehalten wird.

Höhepunkt des Abends war die Lesung von Sven Lehmann mit seinem charakteristischen Timbre, mit dem er seit Jahren auf der Bühne des Deutschen Theaters vor allem als Mephisto, aber auch in vielen Fernsehfilmen zu erleben ist. Er las einige Passagen aus Saramágos letztem Roman Kain: Der Kommunist und Atheist erzählt darin den biblischen Mythos des Brudermords neu. Der alttestamentarische Gott wird bei Saramago als grausam und despotisch dargestellt, wie Sven Lehmann mit seiner Stimme gut nuanciert herausarbeitet.

Das Internationale Literaturfestival Berlin ilb

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