Margin Call: Toxische Papiere lösen Finanzkrise

Parallel zur Abstimmung um den Euro-Rettungsschirm und vor dem Hintergrund immer düsterer Meldungen über Griechenlands Schuldenlast kam ein Independent-Film in die deutschen Kinos, der schon im Winter auf der Berlinale viel Aufmerksamkeit bekam: Margin Call – Der große Crash zeichnet mit prominenter Besetzung (Kevin Spacey, Jeremy Irons, Demi Moore), aber geringem Budget den Moment nach, als in der Risikoabteilung einer Bank klar wird, dass die toxischen Papiere, die Warren Buffet als Massenvernichtungswaffen bezeichnete, unkontrollierbare Wirkung entfalten.

In nächtlichen, hektischen Krisensitzungen beraten zunächst die Abteilungsleiter, bis der Boss (Jeremy Irons) beschließt, dass es seiner Meinung nach keine andere Möglichkeit gibt, als die wertlosen Papiere binnen Stunden am nächsten Morgen auf den Markt zu werfen. Die Glaubwürdigkeit des Hauses und der einzelnen Börsenhändler, die ihren Käufern den Schrott mit Überzeugungskunst andrehen müssen, ist damit auf Jahre hinaus ruiniert. Aber andernfalls würde der große Crash das Bankhaus wohl sofort ruinieren.

Margin Call ist ein sehr dialoglastiger Film, der deutlich auf die Abgründe der internationalen Finanzmärkte hinweist. Die Regulierung, die nach der Lehman-Pleite 2008 angekündigt wurde, blieb in Ansätzen stecken, die überfällige Einführung der Finanzmarkttransaktionssteuer ist immer noch nur im Planungsstadium.

Der Filmtitel geht auf einen Fachbegriff aus der Börsensprache zurück, mit dem vor dem Überschreiten roter Linien gewarnt wird.

Kinostart: 30. September 2011

Die Webseite zum Film

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