29. interfilm-Festival 2013

500 Kurz-Filme in 6 Tagen: Bei der 29. Ausgabe des interfilm-Festivals ragten vor allem die britischen Beiträge mit lakonischem Humor und Einfallsreichtum heraus. Den längsten Applaus mit "Bravo"-Rufen bekam Gabriel Gauchet für The Mass of men, eine böse, sehr genaue Beobachtung der Mechanismen und Schikanen an deutschen Jobcentern, die sich von ihren Pendants auf der Insel anscheinend kaum unterscheiden.

Ein politisches heißes Eisen fasste auch Daniel Jewel in Drone an, der in seinem fiktiven Kurzfilm ein Szenario schildert, das schon bald Realität werden könnte: die selbstverständliche und entsprechend gelangweilte Alltagsrountine, mit der ein Drohnenkrieger im Großraumbüro zwischen Kaffee vom Automaten und Online-Kartenspiel den Joystick bedient.

Der düstere, sozialrealistische Blick von Graham Fitzpatrick hinter die Mauern eines Jugendgefängnisses in Colours war der schottischen Regierung aus welchen Gründen auch immer am Ende doch zu viel: erst förderten sie den Film, dann verboten sie das sehenswerte Ergebnis.

Muriel d´Ansembourg folgt in Good night zwei 14jährigen Teenagern bei ihren ersten Flirtversuchen in einer Nacht, die an einigen Stellen nah an einem gefährlichen Ende vorbeischrammt.

Sahim Omar Kalifa taucht in Baghdad Messi in das traurige Schicksal eines Jungen ein, der nach einem Minen-Unglück ein Bein verlor und für den die Fernsehübertragungen seines argentinischen Barca-Idols in der Champions League seltene Lichtblicke sind.

Als bester Dokumentarfilm wurde Not anymore: A story of Revolution des Amerikaners Matthew Vandyke ausgezeichnet, der zunächst einen Master in Security Studies in Washington, D.C., machte und sich dann dem Film zuwandte. Seine Bilder aus dem syrischen Bürgerkrieg waren auszugsweise schon im ARD-Politmagazin Panorama zu sehen und folgen der Arbeit einer jungen Kriegsreporterin.

29. interfilm-Festival: 12.-17. November 2013

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