Judi Dench als „Philomena“: Leichen im irischen Keller

Die BBC-Co-Produktion Philomena des britischen Altmeisters Stephen Frears wurde beim A-Festival in Venedig im September 2013 für das Beste Drehbuch ausgezeichnet, bei der Oscar-Verleihung ging der Film leider leer aus, obwohl er in mehreren Kategorien nominiert war (z.B. Bester Film und Judi Dench als Beste Hauptdarstellerin).

Vor allem Judi Dench und ihrer Schauspielkunst ist es zu verdanken, dass dieser traurige kleine Film über eine wahre Geschichte aus den dunklen Abgründen des irischen Katholizismus nicht in Sentimentalität untergeht, sondern die Balance zwischen Empathie, Tragik und Komik hält. Sie spielt Philomena Lee, eine recht einfach gestrickte Krankenschwester mit Vorliebe für Herz-Schmerz-Romane, die als unaufgeklärtes junges Mädchen schwanger wurde und von strengen Nonnen, die ihr Kind an reiche Amerikaner verkauften, eingetrichert bekam, dass sie für ihre unkeusche Sünde büßen müsse.

Gemeinsam mit einem Journalisten, der gerade seinen Job verloren hat, reist sie zu Recherchen in die USA und lernt dort einiges über die Doppelmoral der Reagan-Administration.

Von einigen Kritikern wurde dem Film vorgehalten, dass er allzu leicht über die Machenschaften der katholischen Kirche hinweggeht und zu schnell Versöhnung predigt, noch bevor das ganze Ausmaß der historischen Fälle aufgearbeitet ist.

Philomena ist ein durchaus sehenswerter Film, der seit 27. Februar 2014 in den Kinos läuft.

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