„Snowpiercer“: intelligente Science fiction-Action aus Korea

Snowpiercer demonstriert die Vitalität des asiatischen Kinos. Mit ihrer sehenswerten Genre-Mischung aus Action-Film und Öko-Science fiction-Dystopie begeisterten Bong Joon-ho und Park Chan-Wook schon das Fachpublikum im Forum der Berlinale 2014.

Der Film spielt in der nahen Zukunft, die Idee ist dem französischen Comic Le Transperceneige entliehen: die westlichen Industriestaaten wollten den voranschreitenden Klimawandel mit einem gewagten technischen Plan stoppen, die Konsequenz ist, dass die Erde völlig vereist. Durch die eindrucksvoll gefilmten Frost-Landschaften rast ein Zug mit den letzten Überlebenden. Diese Arche ist streng hierarchisch nach Klassen getrennt: hinten vegetiert das Prekariat in Dunkelheit und Enge vor sich hin, die Sicherheitsorgane des großen Wilford, der als gütiger Diktator verehrt wird, bringen ihnen gelegentlich Proteinkekse, die aus zermalmten Insekten und Krebsen gewonnen werden. In den vorderen Waggons lassen es sich die Schönen und Reichen bei Wellness-Behandlungen und Drogen-Partys gutgehen.

Mit überraschenden Wendungen und einer sehr klar konturierten Zeichnung der Charaktere nimmt eine Revolte der Unterschicht ihren Lauf. Die Choreographie der Kampfszenen ist trotz einiger brutaler Szenen gelungen, vor allem Tilda Swinton sticht in ihrer Rolle als Ministerin mit überdimensionaler Brille und schiefem Gebiss, die ihre Haut retten will und einige Manöver versucht, aus dem prominenten Ensemble vor.

Fazit: Dem Regisseur Bong Joon-ho, der 2009 für Mother glänzende Kritiken bekam, und seinem Produzenten Park Chan-Wook, der zum Beispiel Oldboy gedreht hat, ist mit dem teuersten südkoreanischen Film ein innovativer, spannender Film gelungen, der nicht nur als Unterhaltungskino in Popcorn-Multiplexen funktioniert, sondern auch in Arthaus-Kinos Stoff für inhaltliche Auseinandersetzung bietet.

Snowpiercer startete am 3. April 2014 in den Kinos.

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