„Die Entführung des Michel Houllebecq“: eisiges Schweigen bei der Sommer-Berlinale

Am letzten Tag der Sommer-Berlinale setzte pünktlich zum Filmstart von Die Entführung des Michel Houllebecq (Im Original: L´envèlement de Michel Houllebecq) wieder Nieselregen ein.

Christoph Terhechte, Leiter des Forums des Internationalen Jungen Films bei der Berlinale, schwärmte davon, dass die Auswahlkommission vor Lachen fast von den Stühlen gefallen sei. Im Freiluftkino Friedrichshain fiel der Film von Guilllaume Nicoux jedoch durch: eisiges Schweigen, statt Gelächter hörte man meistens nur den Regen gegen die aufgespannten Schirme prasseln.

Houllebecq, an dessen Büchern Elementarteilchen und Ausweitung einer Kampfzone man um die Jahrtausendwende kaum vorbei kam, spielt sich in diesem grotesken Versuch einer Komödie selbst: Etwas mehr als 90 Minuten lang schleppt er sich durch die fade Handlung, kettenrauchend und sichtlich gezeichnet von seiner Suchterkrankung. In seltenen Momenten kommt ansatzweise ein Dialog mit seinen Entführern zustande, der aber zuverlässig immer ins Stocken gerät, bevor es interessant werden könnte. Stattdessen kräht Houllebecq zum x.ten Mal, dass er dringend sein Feuerzeug zurückhaben will.

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