Marion Cotillard ungeschminkt und verzweifelt im Kinofilm „Zwei Tage, eine Nacht“

Die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne haben sich als Regisseure realistischer Sozialdramen einen Namen gemacht und einen Stammplatz im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes erarbeitet. Dort startete auch im Mai 2014 ihr neuer Film Zwei Tage, eine Nacht/Deux jeux, une nuit, der seit kurzem in den deutschen Kinos läuft.

Der Film ist auf die französische Schauspielerin Marion Cotillard zugeschnitten, die für ihre Rolle als Edith Piaf im Biopic La vie en rose (2007) den Oscar erhielt und anschließend in Hollywood-Blockbustern wie Christopher Nolans The dark knight rises (2012) mitspielte: Mit zerzausten Haaren und völlig ungeschminkt verkörpert sie die junge Sandra, die nach einer depressiven Erkrankung gerade wieder am Arbeitsplatz Fuß gefasst hat, als sie von ihrer Kündigung erfährt. Ihre einzige Chance: sie muss eine Mehrheit der lieben Kolleginnen und Kollegen überzeugen, auf ihre Jahres-Bonusprämie von 1000 € zu verzichten.

Die Kamera folgt knapp anderthalb Stunden lang Sandras verzweifelten Versuchen, das Blatt zu wenden. Lange Autofahrten, der Trost ihres liebevollen Mannes (Fabrizio Rongione) und die Höhen und Tiefen der Haustür-Bettel-Gespräche zwischen schroffer Abweisung und Empathie für die prekäre Situation der arbeitslosen Mutter von zwei Kindern werden stimmig in Szene gesetzt. Ästhetisch erinnert der Film sehr stark an den Neorealismus und die Kleine Fernsehspiel-Reihe im ZDF. Dramaturgisch schleppt sich der Film ohne Überraschungen etwas zu behäbig und monothematisch dahin.

Zwei Tage, eine Nacht von Jean-Pierre und Luc Dardenne. – Frankreich/Belgien/Italien 2014. – 95 Minuten. – Kinostart: 30. Oktober 2014

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