Christopher Nolans „Interstellar“: bildgewaltiges Öko-Science-Fiction-Drama mit Starbesetzung und Kitschabgründen

Christopher Nolan wurde mit Memento, das Sehgewohnheiten in Frage stellte und übliche Dramaturgie-Muster durcheinanderwirbelte, im Jahr 2000 bekannt. Dies öffnete ihm die Tür nach Hollywood, wo er mit seiner Batman-Trilogie im Fantasy-Blockbuster-Genre neue Akzente setzte und mit Inception (2010) einen kunstvoll-verrätselten Scifi-Thriller ablieferte.

Mit großer Spannung wurde der Kinostart seines neuen Films Interstellar erwartet, den Nolan gemeinsam mit seinem Bruder Jonathan konzipiert hat: die fast dreistündige Weltraumoper ist eine Einladung zu einem quasi-psychedelischen Trip, wie Tobias Kniebe in der Süddeutschen Zeitung schrieb. Den Nolan-Brüdern und ihrem Kameramann Hoyte van Hoytema gelingen Bilder von atemberaubender Schönheit, die sich nicht hinter den Science-Fiction-Klassikern wie Solaris, 2001 – Odyssee im Weltraum oder Matrix zu verstecken brauchen. Auch an den schauspielerischen Leistungen von Michael Caine (als altersweiser, Lyrik zitierender NASA-Physiker), von Matt Damon (als aalglatter Verräter) und von Matthew McConaughey/Jessica Chastain als Vater-Tochter-Duo ist wenig auszusetzen.

Dass der Film als Ganzes dennoch deutlich hinter diesen Vorbildern zurückbleibt, liegt zum einen an dem klebrigen Klangteppich von Hans Zimmer. Dies liegt vor allem an den Abgründen des Kitsches , denen der Film nicht nur gefährlich nahe kommt, wie auch Dietmar Dath in seiner FAZ-Hymne einräumen musste, sondern in die Nolans neuer Film gegen Ende mit einem Kopfsprung eintaucht.

Interstellar. – USA/Großbritannien 2014. – 167 Minuten. – Kinostart: 6. November 2014

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