Depressiver Märchenkönig

Ludwig II – Liederabend am Münchner Volkstheater

Vielleicht liegt es daran, dass gleich drei Regisseurinnen auf dem Programmzettel zu „Ludwig II. – Eine musikalische Utopie“ auf der Kleinen Bühne des Münchner Volkstheaters genannt werden: Es ist kein Liederabend aus einem Guss. Ideen werden angespielt, aber nicht weitergeführt. Stattdessen kommt ein neuer Einfall.

Das ist hübsch anzusehen, driftet aber zu oft ins Alberne ab. Am stärksten ist der Abend, wenn er auf die Musik vertraut. Die Schauspieler singen zur Begleitung von Michael Gumpinger (alias Ludwigs Lieblingskomponist Richard Wagner) Songs von Nirvana bis Blondie.

Die Schauspieler wirken etwas unterfordert: Jean-Luc Bubert (Ludwig II.) fläzt fast während der kompletten 90 Minuten in seinem Sessel. Jakob Geßner stöckelt als Lustknabe, der aussortiert wird, auf High Heels über die Kleine Bühne, wenn er nicht gerade exzessiv qualmt. Mara Widmann ruft sich als Sissi immer wieder in Erinnerung.

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Lenja Schultze stopft als Sophie, obwohl sie ohnehin schon mit Fatsuits ausgepolstert ist, weiteren Kuchen in sich hinein. Auch Max Wagner kann in seiner Mehrfach-Rolle (u.a. als Regisseur von Wagners „Siegfried“ in breitem Pfälzer Dialekt, als neuer Königs-Lover Sam und hier auf dem Bild als Conférencier) sein Können zu selten zeigen.

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Der Liederabend von Lea Ralfs, Charlotte Oeken und Marie Jaksch hat seine witzigen Momente, bleibt aber zu sehr Stückwerk.

Premiere war am 10. Juni 2014, die Inszenierung stand am 30. März 2016 zum letzten Mal auf dem Spielplan.

Trailer

Bilder: Gabriela Neeb

 

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