Auf dem Friedhof

Remote Mitte: Kollektiver Audiowalk mit Rimini Protokoll

Drei Jahre nach der Premiere von „Remote Berlin“ am HAU und nach zahlreichen Stationen kehrt das Projekt von Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) zurück nach Berlin.

Die neue Tour „Remote Mitte“ wurde in Kooperation mit dem Gorki konzipiert und beginnt auf dem Invalidenfriedhof ein paar Schritte vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie entfernt.

Mit Kopfhörern ausgestattet setzt sich eine buntgemischte fünfzigköpfige Gruppe in Bewegung, brav den Anweisungen von „Julia“ folgend, wie sich das Navigationssystem nennt.

Das Wetter ist bei blauem Himmel und sommerlichen Nachmittagstemperaturen traumhaft, auch die einzelnen Stationen sind gut ausgewählt: es geht u.a. zur Psychiatrie der Charité, zum Neubau des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, zu Fitness First am Alexanderplatz und acht Stockwerke hoch auf die Gasag-Dachterasse.

Die Teilnehmer werden mit einem schönen Blick über Berlin für die Mühen (inclusive Sprint) belohnt. Der Erkenntnisgewinn des Kopfhörer-Stadtspaziergangs hält sich aber ansonsten in Grenzen. Die Ausführungen von „Julia“, die kurz vor Schluss von „Peter“ abgelöst wird, sind oft zu banal. Auch die spielerische Auseinandersetzung mit Entscheidungsprozessen und Verhaltensweisen in Gruppen kratzt nur an der Oberfläche.

Bild: Esra Rotthoff

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