Money Monster

Hollywood-Stars in Finanzkrisen-Drama

Eine solch geballte Ladung an Hollywood-Stars ist selten: Bei „Money Monster“ führt Jodie Foster Regie. Zwei der drei Hauptrollen spielen George Clooney und Julia Roberts.

Clooney spielt den besonders schmierigen Showmaster Lee Gates, der ohne Fachkompetenz und mit zweitklassigen Revue-Girls Börsen-Anlage-Tipps gibt.

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Über Kopfhörer wird er von seiner Regisseurin Patty Fenn (Julia Roberts) instruiert. Mit einer Mischung aus rehäugiger Sanftmut und mütterlicher Strenge weist sie ihn zurecht, wenn er sich mal wieder vergaloppiert.

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Das routinierte Zusammenspiel der beiden wird gesprengt, als plötzlich Kyle Budwell mit der Knarre auf die Show-Bühne springt, Lee Gates als Geisel nimmt und ihm vor laufenden Kameras einen Sprengstoffgürtel anlegt. Er fühlt sich betrogen, weil er seine gesamten Ersparnisse auf einen vermeintlich todsicheren Tipp gesetzt hat und nun vor dem Ruin steht. Budwell wird von Jack O´Connell gespielt, der für mehrere Serien-Rollen im Jahr 2015 als bester britischer Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet wurde und in Hollywood erstmals als Hauptdarsteller in Angelina Jolies Kriegsdrama „Unbroken“ auffiel.

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Jodie Foster versucht, in ihrem Film „Money Monster“ auf der Welle von Finanzkrisen-Dramen mitzuschwimmen. In den vergangenen Jahren gab es hierzu aus Hollywood einige sehenswerte, erfolgreiche Filme: „Margin Call (Kritik hier) nachzulesen“ taucht in die hektischen Krisensitzungen von Investmentbankern ein, die vor dem großen Crash noch schnell ihre toxischen Papiere loswerden wollen. Ein satirisches Porträt windiger Glücksritter und Spekulanten zeichneten Martin Scorsese und Leonardo diCaprio in „The Wolf of Wall Street (Kritik hier nachzulesen)„. Überraschungshit des Winters war „The Big Short (Kritik hier nachzulesen)“, die pfiffige Verfilmung eines Sachbuchbestsellers über das Platzen der Spekulationsblase.

Bei Jodie Foster ist die Finanzkrise aber nur Hintergrund für ein konventionelles Geiselnehmer-Psycho-Drama. Im Gegensatz zu den drei anderen genannten Filmen befasst sich der Film nur sehr oberflächlich mit den Symptomen der Finanzkrise und noch weniger mit ihren Ursachen, die Regisseurin bezeichnete sich im FAZ-Interview auch als „nicht sehr politisch“.

Dementsprechend taugt „Money Monster“ als Unterhaltungskino mit einem Plot, der durchaus spannende Momente hat, wenngleich man das Ende schon lange voraus ahnt. Der Film bleibt aber weit hinter den genannten Finanzkrisen-Dramen zurück, in deren Welle er gerne mitschwimmen möchte. Zurecht bekam der Film in der Kritikenrundschau auf „Rotten Tomatoes“ mäßige Bewertungen.

„Money Monster“ hatte seine Weltpremiere in Cannes (außer Konkurrenz beim Festival) und startete am 26. Mai 2016 in den deutschen Kinos. Webseite und Trailer zum Film.

Bildrechte: © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH

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