Florence Foster Jenkins

Das Biopic „Florence Foster Jenkins“ ist eine solide Tragikomödie für die Vorweihnachtszeit.

Im Mittelpunkt steht Meryl Streep, eine der großen Diven des Hollywood-Kinos. Sie verkörpert die Millionen-Erbin Florence Foster Jenkins, die von 1868 – 1944 lebte und für ihre furchtbar schlechten Gesangskünste berüchtigt war.

Foster Jenkins hielt sich für eine hervorragende Sopranistin und schmetterte voller Inbrunst ihre Arien. Streep zelebriert ein Festival der schiefen Töne, Regisseur Stephen Frears hat der „Diva der Dissonanz“ (ZEIT) noch weitere Marotten hinzugedichtet: dass Foster Jenkins für ihre Empfänge tatsächlich ganze Badewannen voller Kartoffelsalat vorbereiten ließ, ist zwar nicht verbürgt, lässt Florence Foster Jenkins aber noch exzentrischer erscheinen.

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Sowohl im Hollywood-Film als auch in der Doku „Die Florence Foster Jenkins Story“ von Ralf Pfleger, die ebenfalls vor kurzem in den Kinos startete, wird angedeutet, dass das Gehör von Foster Jenkins unter einer Syphilis-Erkrankung beeinträchtigt war, so dass sie gar nicht merkte, wie sehr sie ihre Mitmenschen malträtierte.

Ihr Ehemann, der britische Schauspieler St. Clair Bayfield (Hugh Grant), sorgt dafür, dass nur handverlesenes Publikum wie schwerhörige ältere Damen oder enge Freunde zu den Auftritten von Florence Foster Jenkins in ihrem Verdi-Club zugelassen werden. Mit kleinen Geldgeschenken sorgt er dafür, dass auch die lokale Presse nur wohlwollend oder begeistert über die angeblichen Sangeskünste der Sopranistin berichtet.

Florence Foster Jenkins lebt deshalb jahrzehntelang im Glauben, tatsächlich eine hervorragende Künstlerin zu sein. Sie nimmt weitere Gesangsstunden bei einigen Lehrern, die alle schiefen Töne kopfschüttelnd ertragen und das Salär gerne einstreichen, und feilt mit einem Pianisten (gespielt von Simon Helberg aus der Sitcom „Big Bang Theory“) an ihrer Technik.

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Mit dem geerbten Vermögen erfüllt sie sich schließlich ihren großen Traum und mietet die New Yorker Carnegie Hall für einen großen Auftritt, der zum Gespött und Fiasko wird.

Wenige Wochen danach starb Florence Foster Jenkins, auf ihrem Grabstein steht: „People may say I can’t sing, but no one can ever say I didn’t sing.“

Der skurrile Stoff wurde innerhalb kurzer Zeit schon zum zweiten Mal verfilmt. 2015 hatte die französische Komödie „Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne“ im Wettbewerb des Festivals von Venedig Premiere, Catherine Frot bekam für die Hauptrolle einen César.

Die „Florence Foster Jenkins“-Hommage ist sicher nettes Unterhaltungskino, aber nicht unbedingt preiswürdig. In Hollywood wird der Film dennoch bereits für mehrere Preise gehandelt. Er ist in vier Kategorien für die Golden Globes 2017 nominiert: als beste Komödie, Meryl Streep und Hugh Grant als beste Hauptdarsteller, Simon Helberg als bester Nebendarsteller.

„Florence Foster Jenkins“ startete am 24. November 2016 in den deutschen Kinos. Webseite und Trailer

Bilder: © 2016 Constantin Film Verleih GmbH

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