Berlin Syndrome

Der Trend zur Zweitverwertung von Filmen, die ihre Weltpremiere kurz zuvor beim Sundance Festival hatten, ging auch am 6. Festivaltag der Berlinale 2017 weiter.

Nach „Daeyvon“ und „The Wound“ (Kritiken) und „Call me by your name“ (Kritik) wurde heute „Berlin Syndrome“ im Kino International präsentiert.

Der Film beginnt mit Impressionen aus dem Alltag einer australischen Backpackerin. Clare (Teresa Palmer) kommt am Kottbusser Tor an, fotografiert das Kreuzberger Biotop und Reste der DDR-Architektur im benachbarten Friedrichshain und lässt den Tag bei einer Party auf dem Dach ihres Hostels ausklingen.

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Auf einer ihrer Foto- und Sightseeing-Touren lernt sie den charmanten Englischlehrer Andi (Max Riemelt) kennen, der sie zu einem One-Night-Stand verführt. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, plagt er sich in der Schule bereits mit dem pubertierenden Nachwuchs herum. Sie will ihre Sachen zusammenpacken, aber Türen und Fenster sind verschlossen.

Der australischen Regisseurin Cate Shortland gelang mit „Berlin Syndrome“ ein gut gemachter Psychothriller, der eine Balance versucht zwischen Suspense und Action bei den Ausbruchsversuchen und den leisen Passagen, in denen sie sich in ihr Schicksal fügt.

„Berlin Syndrome“ ist deshalb kein reiner Thriller, sondern vor allem in der zweiten Hälfte auch eine essayistische Studie zum „Stockholm-Syndrom“, auf das schon der Titel des Films und der Romanvorlage deutlich anspielen.

Der Film lebt vor allem von der darstellerischen Leistung von Max Riemelt als psychopathischem Lehrer, der das Umkippen zärtlicher Momente in Sadismus und Wahn überzeugend darstellt.

Nach ihrem Debüt „Somersault“, einem Teenager-Drama mit Abbie Cornish und Sam Worthington, das 2004 in der Reihe „Un certain regard“ in Cannes Premiere hatte, kommt ein neuer, sehenswerter Film von Cate Shortland in die deutschen Kinos.

Der Kinostart ist für 25. Mai 2017 angekündigt. Webseite und Trailer

Bilder: Berlinale Filmstills

 

 

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