Call me by your name

Mit überschwänglichen Kritiken wurde die Premiere des Liebesdramas „Call me by your name“ von Luca Guadagnino beim Sundance Festival im Januar bejubelt. 100 % positive Bewertungen bei „Rotten Tomatoes“ machten neugierig auf die Europa-Premiere im Zoo-Palast bei der Berlinale.

Mit Timothée Chalamet (Elio) und Armie Hammer (Oliver) hat der Film in den Hauptrollen auch zwei vielversprechende Talente des US-Kinos zu bieten: der eine war nach einer Serienrolle in „Homeland“ als Sohn im Sci-Fi-Hit „Interstellar“ (Kritik) zu sehen, der andere fiel 2010 in „The Social Network“ in einer Doppelrolle als Gegenspieler von Mark Zuckerberg auf.

Dass der Film aus meiner Sicht kein großer Wurf ist, liegt nicht an den beiden, sondern an den Schwächen des Drehbuchs, das Regisseur Guadagnino gemeinsam mit James Ivory und Walter Fasano geschrieben hat: Die Liebesgeschichte zwischen Elio und Oliver wird sehr konventionell erzählt. Die beiden lernen sich im Sommer 1983 in einer Villa in Norditalien kennen. Der 17jährige Elio langweilt sich auf dem großzügigen Anwesen seiner Eltern, Oliver ist 24 und soll Elios Vater, einem Archäologieprofessor, assistieren.

Die erste Annäherung ist frostig, die beiden kommen sich doch näher, landen im Bett, trennen sich nach kurzer sommerlicher Affäre und führen bei Schnee im Winter ein tränenreiches Abschiedstelefonat. Sehr kitschig ist auch das Gespräch auf der Couch zwischen dem unter Liebeskummer leidenden Sohn und seinem verständnisvollen Vater (Michael Stuhlbarg).

Wie schon bei seinem vorherigen Film „A bigger Splash“, einem „Swimmingpool“-Remake (Kritik), bietet der italienische Regisseur Guadagnino wieder ein Verführungsdrama in flirrender Hitze, das in manchen pointierten Dialogen gute Ansätze bietet, aber doch nicht überzeugen kann.

Bild: © Sony Pictures Classics 

Weiter zu Tag 6 der Berlinale 2017

One thought on “Call me by your name

  1. Killian Reply

    Diese Filmkritik entbehrt jeglicher ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Film, seinen Protagonisten und den Machern. Es wird weder auf den Stil, noch filmische Details etc. eingegangen. Ein kurzes subjektives \“Hinrotzen\“ der eigenen (uninteressanten) Meinung und das wars. Man sollte als Blogger einen größeren Anspruch an seine Arbeit pflegen, andernfalls produziert man immer weiter derartig beliebige, unbedeutende Inhalte.

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