Hitlers Hollywood

Der Filmkritiker Rüdiger Suchsland bietet einen essayistischen Streifzug durch das Kino der NS-Zeit. Er beginnt chronologisch mit dem U-Boot-Kriegsfilm „Morgenrot“, der noch während der Weimarer Republik gedreht wurde, aber bereits ganz getreu der Propaganda des neuen Regimes die Opferbereitschaft und den „Heldentod fürs Vaterland“ feierte, als er Anfang 1933 in die Kinos kam. Mit dem Historienepos „Kolberg“, das 1945 mit immensem Aufwand an den Durchhaltewillen appellierte, endet die knapp 100minütige Zeitreise.

Die Stärke des von ZDF und arte co-produzierten Films ist, dass er eine kurzweilige Einführung in dieses Kapitel der Filmgeschichte gibt. Es dominierten Revuen mit beliebten Stars wie Marika Rökk und Johannes Heesters und Melodramen aus einer idyllischen, heilen Welt. Neben diesen eskapistischen Unterhaltungsfilmen gab es natürlich auch die Werke, die mehr oder minder subtil die Propaganda des totalitären Regimes transportierten: „Hitlerjunge Quex“ über einen Jungen, der sich gegen seinen kommunistischen Vater und für die männerbündische Romantik der gleichgeschalteten Jugendorganisation entscheidet. Oder Leni Riefenstahls bildgewaltige Werke „Triumph des Willens“ oder „Olympia 1936“, die den idealen „arischen“ Körper feiern. Oder Veit Harlans „Jud Süß“, der mit antisemitischen Stereotypen arbeitet. Oder „Ich klage an“, der als Rechtfertigung des Euthanasieprogramms gelesen werden kann.

Die Schwäche des Films ist, dass bei dem Versuch, über die mehr als 1.000 Filme, die während dieser Zeit gedreht wurden, in knapp 100 Minuten zu berichten, zwangsläufig vieles nur angetippt werden kann. Es wäre zum Beispiel interessant gewesen, noch mehr über Helmut Käutner und die Freiräume, die er in „Große Freiheit Nr. 7“ nutzte, zu erfahren.

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Stattdessen reiht sich in schnellem Takt Ausschnitt an Ausschnitt, unterlegt vom recht unterhaltsamen Parlando des Regisseurs Suchsland, in dem ein prominenter Name auf den nächsten folgt. Dadurch gerät der Film streckenweise etwas monoton, eine Auflockerung durch andere Präsentationsstile hätte dem Streifzug gut getan.

Trotz dieser Kritikpunkte lohnt sich dieser Ausflug in die Filmgeschichte.

„Hitlers Hollywood“ startete am 23. Februar 2017 in einigen Programmkinos. Webseite und Trailer

Bilder: farbfilm verleih

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