Clean City

Dass die fünf Putzfrauen aus Athen eine so erfolgreiche Tour durch Europa hinlegen würden, haben sie sich wohl nicht träumen lassen, als sie vom Regie-Duo Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris für „Clean City“ gecastet wurden.

Bei ihrer Deutschlandpremiere im Februar 2016 während des „Europoly“-Festivals der Münchner Kammerspiele waren die Kritiken schon sehr positiv. Nach einigen weiteren Stationen schauen die fünf lebensklugen, resoluten Frauen nun an zwei Abenden beim Politischen Herbstsalon des Gorki Theaters nach dem Rechten.

Wer es wagt, einen Kaugummi unter den Stuhl zu kleben, kann sich auf einiges gefasst machen, stellen sie gleich zur Eröffnung klar. So deutlich sprechen sie auch in der folgenden knappen Stunde aus, was ihnen nicht passt: die Schikanen auf den Ausländerbehörden, die täglichen Probleme im Kampf um Papiere und gesellschaftliche Anerkennung, die sexuellen Übergriffe einiger Villenbesitzer, für die sie arbeiten, vor allem aber auch der Rassismus, mit dem die „Goldene Morgenröte“ Flüchtlinge und Migranten zu Sündenböcken stempelt und gegen sie hetzt.

„Clean City“ ist ein ganz unspektakulärer Abend. Die fünf Frauen erzählen einfach nur aus ihrem Leben, über ihre täglichen Sorgen und Erfahrungen. Meist im sanften Plauderton, manchmal auch mit hörbarem Unmut über die Zustände, dafür mit einem optimistischen Schluss: Fürs Finale werden einige Zuschauer aus den ersten Reihen auf die Bühne geholt, um mit den Frauen zu tanzen.

Bild: Christina Georgiadou

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