schlammland gewalt

In der Reihe „Limited Edition“ präsentiert das Deutsche Theater Berlin in unregelmäßiger Folge ein paar kleine Fingerübungen in der Box. Unmittelbar vor den Weihnachts-Feiertagen kam dort „schlammland gewalt“ zur Uraufführung, der neue Text des österreichischen Bachmannpreisträgers, der sich hinter dem Pseudonym Ferdinand Schmalz verbirgt.

Er ist bekannt für seine grotesken Stoffe, die meist in kleinen Dörfern irgendwo in der Provinz angesiedelt sind, seine saftigen Sprachbilder und seine Kalauer. Dass er sein neues Stück zwischen „Bierzeltluft, Brathendl und Blasmusik“ ansiedelte, klang vielversprechend. Aus den dürren Ankündigungen war noch herauszulesen, dass eine „schlammige Masse“ das Dorffest unter sich begraben werde.

Statt der erwarteten funkensprühenden Apokalypse im österreichischen Bergdorf performten Thorsten Hierse, Caner Sunar und Olga Wäscher die Textfläche in verteilten Rollen zum Livemusik-Klangteppich von Sebastian Deufel sehr brav. Der kleine, nur eine Stunde kurze Abend von Josua Rösing in der Box löst die Handbremse nicht. Die Exzesse des Dorffestes und die drastische Sprache kommen in der recht statischen Inszenierung zu wenig zur Geltung.

Bild: Arno Declair

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