Der Sturm

Shakespeares Komödie „Sturm“ lädt dazu ein, sie als pralles Volkstheater zu inszenieren. Christian Stückl nimmt dieses Angebot dankend an und stürzt sich mit seinem Ensemble in die Komik der oft derberen Sorte. Knapp zwei Stunden lang kosten sie ihre Kalauer aus, lassen sie sich die saftigen Kraftausdrücke auf der Zunge zergehen und genießen sie die Verführungsszenen.

Stückl haut hemmungslos auf die Kacke, fasste Willibald Spatz auf Nachtkritik zusammen. Das ist streckenweise unterhaltsam anzusehen, wird aber im Lauf des Abends mehr und mehr zum Selbstzweck. Als kurz vor Schluss Jakob Geßner (Trinculo) und Silas Breiding (Stephano) aus der Latrine zurück auf die Bühne kommen, sind sie von Kopf bis Fuß dreckverschmiert. Genauso wälzte sich auch der gesamte Abend in den Zoten und dem Klamauk.

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Das Schiffswrack, ein Ungetüm aus Planken, das Stefan Hageneier auf die Bühne des Volkstheaters gestellt hat, wäre ideal zum Verstecken und Turnen. Die Gestrandeten auf der Insel gehen sich zwar bei jeder Gelegenheit an die Wäsche oder die Kehle. Die Möglichkeiten, die dieser „Abenteuerspielplatz“ für Körperakrobatik und Slapstick bietet, werden aber nur halbherzig genutzt.

Bilder: Arno Declair

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