25 km/h

Zwei ungleiche Brüder treffen sich zur Beerdigung ihres Vaters nach dreißig Jahren wieder: Christian fliegt aus Singapur ein, als Teil der globalen Finanz- und Investment-Elite ist er ebenso flexibel wie einsam. Sein Bruder Georg hat das Schwarzwald-Dorf nie verlassen, kümmerte sich um den kranken Vater und stellte seine eigenen Bedürfnisse hintan. Nachts kommen sie auf die Schnapsidee, endlich den Plan in die Tat umzusetzen, den sie sich als 15jährige vorgenommen haben: gemeinsam mit dem Mofa quer durch die Republik brettern, Sex haben und saufen, die gesamte Speisekarte beim Griechen bestellen und am Ziel angekommen in die Ostsee pinkeln.

„25 km/h“ ist eine klassische Road-Movie-Buddy-Komödie, die mit den bekannten Mustern des Genres spielt. Natürlich erleben Christian und Georg eine Wandlung, selbstverständlich führt sie die Reise durch die Republik zurück zu ihnen selbst. Ein großes Plus des Films ist die hervorragende Besetzung: Lars Eidinger (Christian) und Bjarne Mädel (Georg) stürzen sich schmerzfrei in den recht seichten Plot dieser Komödie. Beeindruckend ist das Who is who der Schauspieler*innen, die für kleine Nebenrollen in diesem episodisch strukturierten Film zusagten: Sandra Hüller als unglücklich verheiratete Tanja/Tännle, in die Georg seit Schulzeiten heimlich verliebt ist, aber nie den entscheidenden Schritt wagte, schmückt „25 km/h“ ebenso wie Franka Potente als gelangweilte, betrogene Ehefrau Ute, Jella Haase als Aussteigerin Willie im Hippie-Camp, Jördis Triebel als Christians Ex-Freundin Lisa und Wotan Wilke Möhring als tumber „Hantel“.

„25 km/h“ ist kein großes Kunstwerk und will das auch gar nicht sein. Als Unterhaltungsfilm funktioniert die zweite Zusammenarbeit von Markus Goller (Regie) und Oliver Ziegenbalg (Drehbuch) nach der Schweighöfer-Buddy-Komödie „Friendship!“ (2010) trotz einiger zu pubertärer und alberner Gags recht gut.

Kinostart: 31. Oktober 2018

Bilder: © 2018 Gordon Timpen/Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH/Sunny Side Up GmbH

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