Von den schwierigen Anfängen eines der gefragtesten Theaters-Stars, der sich seine Engagements zwischen der Schaubühne in Berlin, dem Schauspielhaus Hamburg, den Münchner Kammerspielen und dem Wiener Burgtheater mittlerweile aussuchen kann, erzählt der autobiographische Roman „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ von Joachim Meyerhoff.
Es ist der dritte, im Jahr 2015 erschienene Teil seiner Reihe „Alle Toten fliegen hoch“, die längst zum Bestseller wurde. Wie der Vorgänger, seinen Kindheits-Erinnerungen „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“, der 2023 von Sonja Heiss verfilmt wurde, wurde auch dieser Band nun für die Leinwand adaptiert.
Auch Simon Verhoeven, der diesmal in der Co-Produktion von Maren Ades Komplizen Film und der deutschen Tochtergesellschaft des Hollywood-Studios Warner Bros. Regie führt, gelingt es, den lakonisch-selbstironischen Ton der Meyerhoff-Vorlage erstaunlich gut zu treffen.
Mit großen Augen stolpert die Hauptfigur Joachim (von Newcomer Bruno Alexander verkörpert) durch eine für ihn fremde Welt: auf ihre skurrile Art liebenswert sind die Großeltern Inge Brinkmann (Senta Berger) und Hermann Krings (Michael Wittenborn), in deren Nymphenburger Villa er als junger Student wohnen darf. Die beiden haben feste Rituale, die meist mit Alkohol verbunden sind: sie hängt ihren Erinnerungen vom verblassenden Ruhm einer Schauspiel-Diva nach, er schließt sich jeden Vormittag mit philosophischen Bänden voller handschriftlicher Anmerkungen in seine Studierstube ein.
Noch schräger ist die Welt, in die Joachim gegen jede Wahrscheinlichkeit hineingerät: nach der erfolgreichen Aufnahmeprüfung an der Otto-Falckenberg-Schule durchlebt er die Psychospielchen und für Außenstehende kurios anmutenden Arbeitsaufträge, mit denen das Lehrpersonal den Nachwuchs traktiert. Das Kopfschütteln über dieses Milieu steht im Zentrum der Tragikomödie, bevor auf der Zielgeraden nach dem Unfall-Tod des Bruders auch das Altern und Dahinscheiden der kauzigen Großeltern zu verarbeiten sind.
Zum Abspann sehen wir auch noch Meyerhoff selbst in seiner ersten Fernseh-Aufnahme: gemeinsam mit seiner Großmutter durfte er 1991 in der Verfilmung der Novelle „Ein Ring“ noch als junger Student mitspielen. Wie es dazu kam, erzählt uns zuvor sein Alter ego in den 136 unterhaltsamen Kino-Minuten.
„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ kam am 29. Januar 2026 in die deutschen Kinos.
Bild: Warner Bros. Entertainment GmbH