The Witness

Zu den vielen wütenden Filmen, die das iranische Regime frontal angreifen, zählt auch „Shahed“ von Nader Saeivar und seinem prominenteren Co-Autor Jafar Panahi. Die Willkür der Justiz, die einen Mörder deckt, die Repression bei geringsten Verstößen gegen den religiösen Codex und die lähmende Angst vieler Mitläufer werden in dieser 2023 im Iran gedrehten österreichisch-deutschen Co-Produktion sehr deutlich angesprochen.

Tarlan Ghorbani (Maryam Boubani) möchte sich all das nicht mehr gefallen lassen. Sie ist eine Lehrerin im Ruhestand, aber noch voller Tatendrang, wenn es um die Gewerkschaftsarbeit, die Mäuse in ihrer Mietwohnung und vor allem den Mord an ihrer Pflegetochter geht.

Kein Blatt nehmen Saeivar und Panahi vor den Mund. Regelmäßig arbeiten sie zusammen, meist führt Panahi Regie und Saeivar arbeitet am Drehbuch mit, wie auch bei „Ein einfacher Unfall„, dem Gewinner der Goldenen Palme 2025 in Cannes. Diesmal tauschten sie die Rollen: bei „Shahed“, das im September 2024 in der Venedig-Sektion Orizzonti Extra den Publikumspreis gewann und kurz danach auch bei der Viennale lief, führte Saeivar Regie und firmiert Panahi als künstlerischer Berater und Co-Autor.

Mutig ist dieser Film, aber auch sehr plakativ. „The Witness“ ist vor allem als politisches Manifest  bemerkenswert, durch den Abspann tanzen junge Frauen, die bei der „Frau Leben Freiheit“-Revolution 2022 starben. Künstlerisch bleibt der Film hinter stärkeren Werken wie Mohammad Rasoulofs „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ zurück.

Im August 2025 gab es nur wenige Vorstellungen im Kino. Am 2. März 2026 lief „The Witness“ in einer NDR-Reihe zum Frauentag erstmals im TV. In der ARD-Mediathek ist er noch bis 1.4.2026 abrufbar.

Bild: AF-Media GmbH

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