Düster ist dieses Kammerspiel von Ali Asgari aus dem Iran. So hoffnungslos und trist wie die politische Lage.
Arash (Misagh Zareh) hat Demonstranten nach den blutigen Protesten in seiner Praxis versorgt. Das Regime schlägt zurück und versiegelt seine Räume. Er steht vor dem beruflichen Aus und sieht für sich keinen anderen Ausweg als den Suizid.
Der Film setzt ein, als er den Entschluss bereits gefasst hat und sich auf eine Abschiedstour aufmacht: Freunde und Familie will er informieren. Galgenhumor bricht sich immer wieder Bahn, ansonsten sind die Gespräche naturgemäß ernst. Die jeweiligen Gegenüber des Arztes ringen mit sich, sind von der Nachricht überfordert.
Einen letzten Lichtblick gibt es dann doch noch: die ganze Familie hat sich bei der Mutter versammelt, sie drucksen herum, während die Mama mit ihrer Melone beschäftigt ist und alle zum Tanzen auffordert. Diese letzte Szene bringt eine überraschende Leichtigkeit in den so düsteren Film.
„A bit of light/Kami nour“ wurde natürlich schon vor der kriegerischen Eskalation zwischen Iran und USA Anfang des Jahres gedreht. Die Kriegsdrohungen des US-Präsidenten überschatten die Dialoge, mehrfach wird darauf angespielt. Wie dichtet man die Fenster am besten ab, fragen sich die Figuren immer wieder.
Am 12. September 2026 hatte der Film im Wettbewerb von Venedig Premiere. Bei dieser Festival-Einladung kommt ein typisches Berlinale-Syndrom zum Tragen: Künstlerisch bleibt „A bit of light“ sehr konventionell, Aufmerksamkeit verdient er wegen der politischen Brisanz. Bei der Verleihung der Löwen ging er deshalb leer aus.
Der geeignetere Ort für „A bit of light“ ist die Sektion „Veto!“ des Filmfests Hamburg. Gemeinsam mit der Friedrich Ebert-Stiftung wird dort politisches Kino gezeigt und diskutiert.
Ein Kinostart steht noch nicht fest.
Bild: Salaud Morisset