Eröffnung des 10. Internationalen Literaturfestival Berlin

Am 15. September eröffnete die Jubiläumsausgabe des Internationalen Literaturfestivals mit den üblichen Reden und dem obligatorischen Aufmarsch der Praktikantinnen und Praktikanten, die das Programm gemeinsam mit dem Organisationsteam mitorganisierten.

Wegen der Renovierung des Hauses der Berliner Festspiele in Wilmersdorf zog die Veranstaltung an diesem Jahr direkt an die Spree: Im "Haus der Kulturen der Welt", das architektonisch den Mief der West-Berliner Insellage spüren lässt, nahmen zunächst die Grußworte sehr breiten Raum ein.

Als Sigrid Löffler, die Antipodin des Literaturpapstes MRR aus Zeiten des "Literarischen Quartetts", den Hauptredner des Abends vorstellte, nahm die Veranstaltung langsam an Fahrt auf: Juan Goytisolo kann auf ein sehr kurvenreiches Leben zurückblicken. Von Franco ins Exil gedrängt, lebte er zunächst in Paris, tauchte dort in avantgardistische Kreise ein und lebt nun hauptsächlich in der Altstadt von Marrakesch.

In seinem Eröffnungsvortrag Das Pulsieren des Raumes. Wie Ortserkundungen zu Texten werden skizzierte er einige biographische Erinnerungen und verknüpfte Episoden aus seinen Aufenthalten in Berlin Anfang der 1980er Jahre und Paris mit flüchtigen Assoziationen zu Cervantes und Baudelaire. Der Vortrag konnte die hohen Erwartungen, die Löfflers Einführung geweckt hatte, nicht erfüllen. Aus seinen reichen Lebenserfahrungen, seinen politischen Kämpfen und seinen zahlreichen Reisereportagen vor allem in die islamische Welt floss zu wenig in diese Festrede ein, die zwar nicht langweilte, aber etwas konturlos zwischen Assoziationen vor sich hinplätscherte.

Das Programm des 10. Internationalen Literaturfestivals Berlin

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