Die Kommune

Kino-Kritik: „Die Kommune“ mit Silberne Bären-Gewinnerin Trine Dyrholm

Thomas Vinterbergs neuer Film „Die Kommune“ wird vor allem von Trine Dyrholm getragen. Die dänische Schauspielerin wurde bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Sie spielt die TV-Journalistin Anna, die jenseits der 50 ist und von ihrem Mann Erik (Ulrich Thomsen) mit einer Jüngeren (Helene Reingaard Neumann) betrogen wird. So weit, so klassisch-klischeehaft.

Vinterberg lässt sein Ehekrisen-Drama in den 70er Jahren spielen. Anna und Erik lassen sich von der Experimentierfreude anstecken und ziehen in der geerbten großen Villa mit einer ganzen Kommune aus Lebenskünstlern und zum Teil auch recht kauzigen Typen hin.

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Dies ist die Hintergrundfolie, vor der Erik, ein Professor für Architektur, sein Verhältnis mit der Studentin beginnt. Eine interessante Setzung von Vinterberg ist, dass sich die beiden blonden Frauen ziemlich ähnlich sehen und der Mann einfach nur die Ältere gegen die Jüngere austauscht.

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Anna versucht, sich mit der Situation zu arrangieren, und stimmt zu, dass Erik mit seiner neuen Partnerin Emma in die Wohngemeinschaft einzieht. Statt einen klaren Schnitt zu machen, verstrickt sie sich in seelische Qualen. In Großaufnahme zeigt die Kamera, wie Anna (Trine Dyrholm) mit sich ringt, wie ihr die Tränen über die Wangen kullern und wie sie schließlich psychisch so fertig ist, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben kann. Erst spät gesteht sie sich ein, dass ihr Experiment und ihre Ehe gescheitert sind.

An die beiden besten Vinterberg-Filme „Das Fest“ (1998) und „Die Jagd“ (2013) reicht „Die Kommune“ nicht heran. Auch im Berlinale-Wettbewerb wurde diese Tragikomödie eher reserviert aufgenommen.

Kinostart von „Die Kommune“: 21. April 2016. Webseite und Trailer

Alle drei Bilder: © 2016 PROKINO Filmverleih GmbH

 

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