Sleepless nights

Seinen größten Hit „Common People“ hat Pulp-Frontmann Jarvis Cocker bei seinem „Foreign Affairs“-Gastspiel im Haus der Berliner Festspiele leider nicht angestimmt.

Die Bühne bleibt zunächst ganz schwarz. Mit seiner sonoren, tiefen Stimme meldet er sich aus dem Off und beginnt das Publikum mit einer Taschenlampe zu blenden. Langsam wird es heller, bis ein fahles Dämmerlicht erreicht ist, im Bühnenhintergrund leuchtet ein Mond. Jetzt werden auch seine Mitstreiter sichtbar: das Junge Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Andreas Schulz.

Nach dem Vorbild seiner BBC 4-Radioshow „Wireless nights“, durch die Cocker seit 2012 führt, erzählt er einige Anekdoten rund um das Thema Schlaflosigkeit. Dabei landet er immer wieder bei Richard Nixon. Der ehemalige US-Präsident soll unter Schlafproblemen gelitten haben und stundenlang durchs Weiße Haus gegeistert sein. Cocker erzählt, dass Nixon die Rachmaninow-Klavier-Konzertaufnahmen in voller Lautstärke aufgedreht haben soll, um seine fast schon paranoiden Ängste und seine Sorgen um den Vietnam-Kriegs-Schlamassel, in den er sein Land verstrickt hatte, wenigstens für ein paar Minuten zu übertönen.

Im Plauderton geht es weiter zu Igor Strawinsky, Robert Schumann und Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen. Zu allen Stücken hat Cocker eine kleine Geschichte parat, was sie mit dem Titel seiner Show „Sleepless nights“ zu tun haben. Anschließend bringt das Orchester das angekündigte Stück zu Gehör, bevor der Moderator zur nächsten Geschichte weiterhüpft oder selbst auch mal eine kleine Gesangsnummer vorträgt.

Fazit: Schöne Melodien, eingebettet in beruhigende Dämmer-Abendstimmung, aber manchmal auch nur zum Gähnen.

Bild: © Emma Russell

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