Silberner Bär: Pokot

Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland hatte für ihren Film „Pokot“ eine interessante Idee: eine schrullige alte Frau, die mit ihren zwei Hündinnen in einem abgelegenen Haus irgendwo an der tschechischen Grenze lebt, brettert mit ihrem SUV durch die Gegend und bringt ihre Widersacher (Jäger, Wilderer, den bornierten katholischen Pfarrer, das korrupte lokale Establishment vom Bürgermeister bis zum Polizeichef) um die Ecke.

Daraus hätte eine anarchische Krimikomödie werden können. Aber leider verschenkt Holland, die ihre große Zeit in den 80ern und 90ern mit mehreren Oscar-Nominierungen hatte, ihren amüsanten Plot und setzt dem Publikum stattdessen eine zähe, zu sehr durch die Genres mäandernde Geschichte vor, durch die noch ein Insektenforscher und ein Computer-Nerd geistern.

POKOT

Zwei lahme Running Gags hat der Film zu bieten: den Nachnamen der Hauptfigur sprechen alle falsch aus, außerdem gibt sie gerne ihre Weisheiten als Hobby-Astrologin zum Besten.

Die Berlinale-Jury zeichnete den Film dennoch mit einem der Silbernen Bären (Alfred Bauer-Preis) aus. Über die Gründe kann man nur spekulieren: vielleicht entschied man sich in einem Wettbewerb, der ohnehin nichts Herausragendes und nur wenig Interessantes zu bieten hatte, einfach für das geringste Übel. Oder vielleicht freute sich die Jury auch über die hübschen Aufnahmen der Rehe und anderen Waldtiere, die so gut zu den Hirschen aus den Traumsequenzen des „Goldenen Bären“-Gewinner „On Body and Soul“ (Kritik) passen.

Bilder: © Robert Paêka 

 

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